Skip to content

Homie Blabla sagt:

„Das Schöne an Yeah5 ist ja die Beschränkung, die aus der Einfachheit der Form entsteht: Ein Bild nach dem anderen, immer schön linear, nur zwei Richtungen, in die man scrollen kann: hinauf und hinunter. Beliebige Inhalte. Und nur die Bilder, eins nach dem andern, jedes von ihnen bekommt Raum sich zu entfalten.

Insgesamt doch wieder der Eindruck von Chaos, weil es so viele Bilder sind. Aber der Eindruck täuscht: Die Strenge der Form, im metaphysischen Sinne hinter der Mannigfaltigkeit der visuellen Eindrücke, die Strenge der formalen Gestaltung der Website also, sie ist jene Kraft, durch die das Chaos immer schon gebändigt ist.

Diese Bändigung und Bewältigung des Sinnlichen durch die Form verweist auf die Sehnsucht nach Bindung, die das Gegenteil der Einbindung von Beliebigem ist, und die idealiter als ethische und ästhetische Selbstbindung und Selbstbeschränkung durch so etwas wie das von Kant adorierte Gesetz sich manifestiert. Diese Sehnsucht nach Bindung und Strenge der Form steht in einem Verhältnis der sanften Ironie zum wiederholten und in der Wiederholung sich entleerenden Yeah der Popkultur, welches dem Projekt den Titel gibt.

Sanfte Ironie, die nicht das Gegenteil von ethischer Selbstbindung und Ernsthaftigkeit ist, sondern vielmehr deren notwendiges Komplement, ist dann wohl auch jene Stimmung, in der man sich befinden sollte, wenn man den Strom der Bilder betrachtet – durch den man die Welt sieht.“

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *
*
*