Skip to content

Summer of Love II

Lange standen sie eng umschlungen auf dem Gehsteig vor dem Haus und küssten sich. Es war kalt, aber sie spürten die Kälte nicht. Ihre Umschlungenheit war ein statement gegen die Welt. Ein statement ohne Worte. Eine Geste. Die Autos passierten mit mechanischer Regelmäßigkeit das LIEBESPAAR, und die schwarze Nacht war einfach nur da, so wie die Straßen: always there. Paul dachte nicht an den Tod, er dachte an nichts. Er spürte ihren Atem. Er sah ihr in die Augen. Er küsste sie. Ihre Augen strahlten, seine auch. Sie vergaßen alles um sich herum. Sie vergaßen ihre Namen, sie vergaßen, dass sie zwei getrennte, LETZTINSTANZLICH für immer getrennte Personen waren; sie vergaßen es einfach. Natürlich war ein großes Glück in diesem Vergessen. Natürlich half der Alkohol ihnen dabei, die basics ihrer jeweiligen Existenz zu vergessen; natürlich. Es begann zu regnen, irgendwann, und sie wurden nass, natürlich. Aber der Regen störte sie nicht, so wie der Regen auch die Kinder nicht stört, die gerne in die Pfützen springen, in gelben Regenmänteln und Regenstiefeln, im Herbst.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *
*
*