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Es ist doch alles schon gesagt

Politisch interessierte Zeitgenossen lieben ja eine bestimmte Textsorte ganz besonders: die mit stereotypen Wendungen der Herabsetzung („Gutmenschen“, „Wutbürger“ usw. usf., je nach eigenem politischen Standpunkt) gespickte Polemik gegen altbekannte Lieblingsfeinde und geliebte Feindbilder. Die Freuden der Wiedererkennung des formelhaft Geprägten treffen hier auf die Lust am Rechthaben. Solche Texte sind, einige Übung vorausgesetzt, rasch produziert und noch rascher konsumiert. Mit der Produktion solcher Texte kann jemand seinen Lebensunterhalt bestreiten — was irgendwie traurig ist.

Man erfährt aus solchen Texten nichts Neues. Der übermäßige Konsum solcher Texte kann gar eine verdummende, abstumpfende, einen Menschen gefährlich prägende Wirkung haben. Alles, was in solchen Texten gesagt wird, ist schon tausendmal gesagt worden: Trump ist unglaublich doof und ein Verbrecher und Faschist, Mutti Merkel verrät permanent das deutsche Volk, der Turbokapitalismus zerstört den Menschen und seine Umwelt usw. usf. Politik kann wohl nur machen, wer die ewige Wiederholung solcher Litaneien erträgt oder gar spannend findet.

Eine Art kolumnistischer Laberzwang erfasst — via Twitter, Facebook, Blogs … — immer breitere Kreise der Bevölkerung. Ungeheure Textmassen schwappen im Onlinesumpf — & der Mensch, das Schwein, suhlt sich darin. Es ist schlichtweg ekelhaft. Hier endet dieser Text.

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