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	<title>nicht nichts &#187; Philosophie</title>
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	<description>von Michael Bärnthaler</description>
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		<title>Aus einem alten Moleskine</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 23:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine1.jpg"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine1.jpg" alt="" title="moleskine1" width="1280" height="800" class="aligncenter size-full wp-image-582" /></a></p>
<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine2.jpg"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine2.jpg" alt="" title="moleskine2" width="1280" height="800" class="aligncenter size-full wp-image-583" /></a></p>
<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine3.jpg"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/moleskine3.jpg" alt="" title="moleskine3" width="1280" height="800" class="aligncenter size-full wp-image-584" /></a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/?flattrss_redirect&amp;id=581&amp;md5=454e2f5067c5542596d33c75557563cd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das iPhone und die Leere</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 14:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein neues iPhone. Es wird immer ein neues iPhone geben. In Zukunft. Und es gibt eine Leere. Das iPhone liegt gut in der Hand. Auch die Leere. Liegt gut in der Hand. Und es wird sie immer geben. Und sie ist - sozusagen - ein Bild, ein riesiger Stapel von Wüstenklischees, der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein neues iPhone. Es wird immer ein neues iPhone geben. In Zukunft. Und es gibt eine Leere. Das iPhone liegt gut in der Hand. Auch die Leere. Liegt gut in der Hand. Und es wird sie immer geben. Und sie ist &#8211; sozusagen &#8211; ein Bild, ein riesiger Stapel von Wüstenklischees, der sich stapelt in keinen Räumen, weil er alles ist, was ist; und das iPhone hat eine Kamera.</p>
<p>Es gibt ein iPhone. Ein neues. In Zukunft. Wird es immer. Nur noch Neues geben. Und dazu die passende Leere. Und immer korrespondiert dem leeren Blick auch &#8211; sozusagen &#8211; jeweils eine abzuphotographierende Leere; so viele Gigabytes. So viele glitzernde Telephone, Telephonate &#8230; Soviel zu sagen. So schön: die Leere. Und es wird immer ein iPhone geben. Und jedes neue iPhone wird über eine bessere, ja, eine noch bessere Kamera verfügen &#8211; zum Abphotographieren der Leere. Und immer wird es eine Leere geben &#8230; Und in jedermanns Sammlung von Klischees das endlich nicht mehr verpixelte Antlitz des einen so sehr geliebten andern Menschen; in Ewigkeit.</p>
<p>Und das iPhone ist die Leere, und die Leere ist das iPhone. Und es liegt in unserer Hand: das iPhone. Liegt gut in unserer Hand. Und es wird das alles immer geben: die Wüste, das iPhone, die Leere. Immer neu. In Zukunft. Und alles ist synchronisiert, alles ist gespeichert &#8211; nichts ist verloren. Das iPhone liegt gut in der Hand. Und die Menschen lustwandeln, ein jeder eine makellose, unberührte Oberfläche, so rein wie ein blankpolierter Metallspiegel &#8211; sozusagen -, in den Kalifornischen Gärten. Und sie verschwimmen in der pazifischen Leere.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/?flattrss_redirect&amp;id=528&amp;md5=a4363d59b76dae374f59222ebde60ea1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was ist der Mensch? Maschinell erzeugte Antworten</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 11:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
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		<category><![CDATA[Reduktionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[

2627. Maschinen, die Gott erfanden.

2628. Maschinen, die das Absolute erfanden.

2629. Maschinen, die das Unmögliche erfanden.

2630. Maschinen, die die Maschinalität erfanden.

2631. Maschinen, die das Jenseits-aller-Maschinalität erfanden.

2632. Maschinen, die das Gute erfanden.

2633. Maschinen, die das Heilige erfanden.

2634. Maschinen, die nicht glücklich sind.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[...]</p>
<p>2627. Maschinen, die Gott erfanden.</p>
<p>2628. Maschinen, die das Absolute erfanden.</p>
<p>2629. Maschinen, die das Unmögliche erfanden.</p>
<p>2630. Maschinen, die die Maschinalität erfanden.</p>
<p>2631. Maschinen, die das Jenseits-aller-Maschinalität erfanden.</p>
<p>2632. Maschinen, die das Gute erfanden.</p>
<p>2633. Maschinen, die das Heilige erfanden.</p>
<p>2634. Maschinen, die nicht glücklich sind.</p>
<p>[...]</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/?flattrss_redirect&amp;id=421&amp;md5=542ddb91cd235ccc13233a7fb1192ea2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Empörungen, Diskurse, Vergewaltigungen. Anmerkungen zu Stéphane Hessels Bestseller</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 16:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
I

Da stehe ich also vor der Buchhandlung und sehe im Schaufenster Stéphane Hessels Broschüre "Empört euch!", zweifellos einer der merkwürdigsten Bestseller der letzten Jahre. Ich habe natürlich den relativen Hype um diese sogenannte Streitschrift mitbekommen, einige Rezensionen gelesen, den Autor vielleicht irgendwann gegoogelt. Nun beschließe ich aber, vielleicht wegen irgendeines Tweets im Hinterkopf, diese ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-top: 26px">
I</p>
<p>Da stehe ich also vor der Buchhandlung und sehe im Schaufenster Stéphane Hessels Broschüre &#8220;Empört euch!&#8221;, zweifellos einer der merkwürdigsten Bestseller der letzten Jahre. Ich habe natürlich den relativen Hype um diese sogenannte Streitschrift mitbekommen, einige Rezensionen gelesen, den Autor vielleicht irgendwann gegoogelt. Nun beschließe ich aber, vielleicht wegen irgendeines Tweets im Hinterkopf, diese Broschüre zu lesen und vielleicht darüber zu schreiben. Ich betrete die Buchhandlung, halte des alten Resistance-Kämpfers Empörung in Händen, empfinde deswegen einen Anflug von Scham der Buchhändlerin gegenüber &#8230; Denkt sie, auch ich wäre empört? Hält sie mich für einen Fan? Einen Humanisten? Ich bezahle.</p>
<p style="margin-top: 26px">
II</p>
<p>Umfangreich ist die Broschüre wirklich nicht, die knapp zwanzig Seiten sind rasch konsumiert, und die Botschaft kommt an: Wir haben uns zu empören. Der Ungerechtigkeit wegen. ATTAC hat es ja immer schon gesagt. Stéphane Hessel ist ein sympathisch wirkender älterer Herr, zudem mit dem Prestige des Résistance-Kämpfers ausgestattet: Man würde sich ja irgendwie schon gerne empören, wenn er das von einem erwartet. Ihm zuliebe. Aber schwerer als die persönliche Zuneigung zu fremden älteren Männern wiegen natürlich die Argumente, die im Rahmen einer nüchternen Analyse zu bewerten und gegeneinander abzuwägen sind. Sollen wir uns also empören? Wenn ja, worüber? Und was ist das überhaupt: Empörung?</p>
<p style="margin-top: 26px">
III</p>
<p>Monsieur Hessel ist empört: über &#8220;die internationale Diktatur der Finanzmärkte&#8221; (S. 10), &#8220;die Massenkommunikationsmittel, die unserer Jugend keine andere Perspektive bieten als den Massenkonsum&#8221; (S. 21), &#8220;die maßlose Konkurrenz aller gegen alle&#8221; (S. 21) &#8230; Am meisten aber, so formuliert er selbst, über &#8220;die Verhältnisse in Palästina&#8221; (S. 16). Sein Ziel ist gewaltloser Widerstand, in der Tradition von Gandhi und Martin Luther King. Dass der Nahostkonflikt ihn besonders beschäftigt, ist vielleicht symptomatisch, aber wohl auch historisch verständlich. Die, anhand der drei Zitate rasch skizzierte, Hesselsche Beschreibung einer Welt, die zur Empörung Anlass gibt, ist freilich ein in der linken, kapitalismuskritischen Literatur weitergereichtes Klischee, ja, man könnte sagen: ein literarischer Topos, um dessen analytische Kraft es nicht gerade bestens bestellt ist. Aufputschende Rhetorik, freilich gut geeignet zur Auslösung von Affekten wie Empörung und Zorn. Es stimmt wohl, dass die Steuerungsfunktion internationaler Märkte in manchen Fällen als eine Art Diktatur quasi-objektiver Kräfte erfahren wird, doch wer wüsste von einer sanfteren Diktatur zu berichten? Und jede mögliche Ordnung beruht zu einem gewissen Teil auf Zwang. Über die Gestaltung der konkreten Rahmenbedingungen für die viel gescholtenen internationalen Finanzmärkte ist eine sachliche, empirisch fundierte Diskussion zu führen. Aufrufe zu tendenziell immer unkontrollierter Empörung führen zu nichts. Wie wäre es stattdessen mit einem Aufruf zur Vernunft?</p>
<p>Die holzschnittartige Kritik an Massenkommunikationsmitteln und Massenkonsum nimmt im 21. Jahrhundert ja ohnehin niemand mehr ernst. Man könnte Stéphane Hessel, der freilich einer anderen Generation angehört, hier mit den Worten Bruno Latours entgegnen: &#8220;[Wir sind] inmitten der Wissenschaften geboren, wir haben nur Frieden und Wohlstand gekannt, und wir lieben &#8211; muß man es gestehen? &#8211; die Technik und die Konsumobjekte, auch wenn die Philosophen und die Moralisten der vorigen Generationen uns raten, sie zu verabscheuen.&#8221; (Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen. S. 168) Wir sind nicht so entfremdet, wie manch linker Romantiker glauben mag. Wir sind glücklich. Im Kapitalismus. Und ja, wir konkurrieren gerne miteinander, unter fairen Rahmenbedingungen und auf eine oft auch spielerische Weise; denn das haben Menschen immer schon getan. Konkurrenz ist eine effiziente Weise der Kooperation.</p>
<p>Wer nur auf die Klischees starrt, die Hessel hier weiterreicht, und die er zur Grundlage seines Aufrufs zur Empörung macht, der wird nicht viel von unserer Welt erkennen. Und er wird diese Welt nicht lieben können. Er wird vielmehr &#8211; empört sein.</p>
<p style="margin-top: 26px">
IV</p>
<p>Hessel entfaltet auf knappe und prägnante Weise das Panorama jener linksliberalen Klischeewelt, die anderswo komplexer oder diffuser dargestellt wird. Es ist die größte Stärke seines Textes, diesen gutmenschlichen Diskurs, der wesentlich aus einer Beschreibung der Welt, wie sie angeblich ist (siehe III), sowie einem daraus folgenden Aufruf, sich zu empören (Titel der Broschüre), besteht, in dermaßen komprimierter und klarer Form darzustellen, dass einem die Augen aufgehen. Hessel liefert uns gleichsam die Quintessenz aus jener langen Geschichte von linkem Humanismus, selbstgerechter Kritik und geiler Empörung, die immer skurrilere Formen annahm, je dominanter sie im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde. Er präsentiert uns, in etwas altmodischer und sehr gedrängter Darstellung, den moralischen Herrendiskurs des 20. sowie des beginnenden 21. Jahrhunderts, der freilich heute an Selbstverständlichkeit zu verlieren beginnt. Zentral für diesen Diskurs sind die hysterische Kapitalismuskritik, der europäische Selbsthass, welcher bisweilen zu einer Art negativem Eurozentrismus wird, sowie die Überzeugung, in einer, wie es ja auch bei Marx heißt, &#8220;verkehrten Welt&#8221; zu leben. Der Glaube an diese Entfremdung ist zu überwinden. Wir sind glücklich. Im Kapitalismus. Der Erfolg von Hessels Broschüre ist sicher auch damit zu erklären, dass er diesen Herrendiskurs, der untrennbar mit dem Glauben an die Entfremdung verbunden ist, bündelt und, über seine Biographie, direkt mit dem historischen Widerstand gegen Hitler verbindet. Denn der Kampf gegen (reale und imaginäre) Nazis ist fundamental für den Diskurs des guten, kritischen, empörten Menschen unserer Zeit. Der moralische Herrendiskurs ist zu überwinden &#8211; nicht weil es keine Missstände in der Welt gäbe, sondern weil dieser Diskurs die Welt selbst, wie sie ist, als Missstand beschreibt. Innerhalb des linksliberalen Diskurses ist keine Affirmation möglich.</p>
<p>Wir aber wollen, auf einer fundamentalen Ebene, Ja sagen. Wir wollen uns nicht empören, weil wir die Hesselsche Empörung für einen eher schädlichen Affekt halten, der den Geist trübt und keinen Spaß macht. Wenn wir wollen, können wir uns für die Abschaffung dieses oder jenes Missstandes einsetzen, aber wir weigern uns, <em>die Welt</em> als einen Missstand zu sehen, und wir wollen uns ganz sicher nicht primär im Modus der Empörung mit ihr arrangieren. Denn wir sind glücklich. Im Kapitalismus.</p>
<p style="margin-top: 26px">
V</p>
<p>Der moralische Herrendiskurs vergewaltigt unsere Seelen. Er zwingt uns zu fühlen, was wir nicht fühlen können: allgemeine Empörung. Insofern ist Hessels Aufruf auch anmaßend. Es ist nicht der Kapitalismus, der uns <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mUU1Qb0nZbU">vergewaltigt</a>, sondern das Fühlenmüssen, die uns aufgezwungene Attitüde der Dauerempörung, die internationale Diktatur der Moral &#8230; Stéphane Hessel, den ich wirklich für einen sympathischen Mann halte, wenn ich auch in vielem anderer Meinung bin, beschließt seinen Text mit der Formel: &#8220;Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen.&#8221; (S. 21) Und Neues schaffen müssen wir. Vielleicht werden wir auch manchmal Widerstand leisten müssen. Aber, wie vielleicht durch diese Anmerkungen klarer geworden ist: Das Sich-Einfügen in den moralischen Herrendiskurs vermittels der stereotypen Figur des Widerstand-Leistens (&#8220;&#8230; Haider, Schüssel an die Wand!&#8221;) führt eben nur dazu: zur Eingliederung. Vielleicht auch zu einem kleinen Unglück. Jedenfalls aber nicht dazu, dass wirklich Neues entstehen. </p>
<p style="margin-top: 26px">
VI</p>
<p>Das Neue entsteht außerhalb der stereotypisierten Empörungen, der altbekannten Diskurse, der sanften Vergewaltigungen, wie sie in Hessels Aufruf zur Empörung sich verdichten. Das Neue entsteht außerhalb des moralischen Herrendiskurses.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/?flattrss_redirect&amp;id=361&amp;md5=1e33f5ee5d869d70a15fdb9436907333" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kantianische Highlights II</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 17:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Ich muß gestehen: daß ein schönes Gedicht mir immer ein reines Vergnügen gemacht hat, anstatt daß die Lesung der besten Rede eines römischen Volks- oder jetzigen Parlaments- oder Kanzelredners jederzeit mit dem unangenehmen Gefühl der Mißbilligung einer hinterlistigen Kunst vermengt war, welche die Menschen als Maschinen in wichtigen Dingen zu einem Urteil zu bewegen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich muß gestehen: daß ein schönes Gedicht mir immer ein reines Vergnügen gemacht hat, anstatt daß die Lesung der besten Rede eines römischen Volks- oder jetzigen Parlaments- oder Kanzelredners jederzeit mit dem unangenehmen Gefühl der Mißbilligung einer hinterlistigen Kunst vermengt war, welche die Menschen als Maschinen in wichtigen Dingen zu einem Urteil zu bewegen versteht, das im ruhigen Nachdenken alles Gewicht bei ihnen verlieren muß.&#8221; (Kritik der Urteilskraft)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kantianische Highlights I</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 17:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA["In einem solchen Falle denkt man auch, wenn z. B. gesagt wird: 'das ist ein schönes Weib', in der Tat nichts anders, als: die Natur stellt in ihrer Gestalt die Zwecke im weiblichen Baue schön vor; denn man muß noch über die bloße Form auf einen Begriff hinaussehen, damit der Gegenstand auf solche Art ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;In einem solchen Falle denkt man auch, wenn z. B. gesagt wird: &#8216;das ist ein schönes Weib&#8217;, in der Tat nichts anders, als: die Natur stellt in ihrer Gestalt die Zwecke im weiblichen Baue schön vor; denn man muß noch über die bloße Form auf einen Begriff hinaussehen, damit der Gegenstand auf solche Art durch ein logisch-bedingtes ästhetisches Urteil gedacht werde.&#8221; (Kritik der Urteilskraft)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Untergang des Abendlandes</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 15:51:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Abendland]]></category>
		<category><![CDATA[Affirmation]]></category>
		<category><![CDATA[Houellebecq]]></category>
		<category><![CDATA[Sarrazin]]></category>
		<category><![CDATA[Untergang]]></category>

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		<description><![CDATA[
I

"Das Abendland geht unter."
"Was, schon wieder?"
"Ja, die wilden Horden aus dem Osten, du weißt schon."
"Ach so."


II

Auch wenn so mancher das Gefühl haben mag, ein Thema wie den Untergang des Abendlandes könne man nur noch humoristisch behandeln, und man könne den Titel dieser Skizze als Prognose ohnehin nicht ernstnehmen, so bleibt doch festzuhalten: Wir Europäer ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-top: 26px">
I</p>
<p>&#8220;Das Abendland geht unter.&#8221;<br />
&#8220;Was, schon wieder?&#8221;<br />
&#8220;Ja, die wilden Horden aus dem Osten, du weißt schon.&#8221;<br />
&#8220;Ach so.&#8221;</p>
<p style="margin-top: 26px">
II</p>
<p>Auch wenn so mancher das Gefühl haben mag, ein Thema wie den <em>Untergang des Abendlandes</em> könne man nur noch humoristisch behandeln, und man könne den Titel dieser Skizze als Prognose ohnehin nicht ernstnehmen, so bleibt doch festzuhalten: Wir Europäer leben in den Ruinen von etwas.</p>
<p>In den Ruinen von Weltmacht, in den Ruinen von Klassik und Avantgarde, in den Ruinen gleich mehrerer Hoffnungen. Ein Kontinent als Freiluftmuseum, <em>to various degrees</em>. Man hat das <em>Postmoderne</em> genannt, und auch die so genannte <em>Moderne</em> ist ja, parallel zu ihrer Interpretation als Ära des Fortschritts, immer schon auch als eine Zeit des Verfalls und des Verlusts aufgefasst worden. Vielleicht kann man rückblickend, gewisse Unschärfen in Kauf nehmend, <em>Auschwitz</em> als den ultimativen Bruch und Wendepunkt zwischen <em>Moderne </em> und <em>Postmoderne</em> verstehen. Freilich gibt es auch sehr viel Kontinuität über <em>Auschwitz</em> hinweg und durch <em>Auschwitz </em> hindurch.</p>
<p>Denn auch bezüglich des <em>Untergangs</em> gilt: Man kann, ist man auch schon untergangen, immer noch ein bisschen tiefer sinken, <em>weiter untergehen</em> gleichsam; zumindest solange man noch <em>nicht nichts</em> ist. Thilo Sarrazin, der mir ein recht sympathischer Mann zu sein scheint, hat nun ein Buch geschrieben, das schon im Titel von der <em>Abschaffung Deutschlands</em> kündet. Deutschland freilich steht und fällt mit Europa, und Europa steht und fällt mit Deutschland &#8211; das gilt in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht und findet derzeit seinen institutionellen Ausdruck in der Existenz der EU. </p>
<p>Es geht also um dieses merkwürdige Abendland, und seinen weiteren, womöglich endgültigen Untergang. Die angebliche oder auch tatsächliche Bedrohung durch <em>wilde Horden aus dem Osten</em> lässt sich &#8211; nicht nur Sarrazin zufolge &#8211; präzisieren als Bedrohung durch den Islam als politische Religion mit einer offenen Flanke zu terroristischem Fundamentalismus. Sein Einfluss nimmt zu mit dem Wachstum der muslimischen Minderheiten in sämtlichen wichtigen europäischen Ländern. Das Wachstum einer viel zitierten <em>abgehängten Unterschicht</em>, die sich zu einem signifikanten Teil überschneidet mit der Gruppe der muslimischen Einwanderer, wird von Sarrazin außerdem als besonderes Problem hervorgehoben. Der dritte Aspekt, zentral für jede Theorie der Dekadenz, ist der Verlust des Selbstbehauptungswillens, der, so wiederum nicht nur Sarrazin, in weiten Kreisen der autochthonen Bevölkerung des jüdisch-christlich-griechisch-römisch geprägten Europas, insbesondere im Milieu der gebildeten, liberalen Elite, zu beobachten sei. Weshalb wir auch kaum noch Kinder bekommen.</p>
<p>So kommt also dieser <em>début de siècle</em> im Gewand eines <em>fin de siècle</em> daher, und der Zeitgeist scheint auf der politischen Skala von links immer weiter nach rechts zu wandern, wenn auch in den Medien noch der linksliberale Konsens der Jahrtausendwende den Ton angibt. Die Ängste der Bevölkerung sind real. Die Angst &#8211; und die Angstlust &#8211; vor dem eigenen Untergang haben in Europa ja, wie bereits angedeutet, eine lange Tradition; das ist vermutlich in jeder hochstehenden Zivilisation so. Das Barbarische, das Wilde, ist, ebenso wie das Böse, immer nah; es lauert im Fremden wie im Eigenen.</p>
<p>Wir leben in den Ruinen von etwas. In Europa. Was aus den Ruinen wird, wissen wir nicht. Aber der Verdacht liegt nahe, dass der Weltgeist, um mit einem alten Europäer zu sprechen, weitergezogen ist. Gen Westen natürlich. Vielleicht setzt er gerade zur Pazifiküberquerung an.</p>
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III</p>
<p>Michel Houellebecq, den ich ebenfalls für einen recht sympathischen Mann halte, hat einen neuen Roman veröffentlicht: <em>La carte et le territoire</em>. Es geht darin unter anderem auch um die Transformation Europas in ein Freilichtmuseum für chinesische Touristen. Und es geht um das Sterbenlernen und Sterbenkönnen, sowohl auf individueller als auch auf kontinentaler Ebene. Die zentrale Stellung des Todes hinsichtlich unserer jeweiligen individuellen Existenz als <em>Mensch</em> ist trivial. Aber auch Kulturen sterben, verschwinden, <em>gehen unter</em>. Überdauern in rudimentärer Form vielleicht in einem Museum, in Ruinen, als touristisches Angebot auf dem Weltmarkt &#8230; </p>
<p>In Houellebecqs bis dato sanftestem Roman ist Europa <em>als Europa</em> gestorben, sanft entschlafen; und die Menschen leben und sterben ebenso sanft in den Ruinen der <em>Moderne</em>, ja selbst in denen der <em>Postmoderne</em>. Etwas ist vorbei, etwas ist nicht mehr, ist vorübergegangen. Wir haben uns abgeschafft. Es ist nicht so schlimm. Vielleicht können wir, als Individuen wie als Kontinent, von Houellebecqs Roman lernen, wie man lebt und stirbt, wenn man eigentlich schon gestorben ist. Ein sanftes Glück, ein sanfter Stil; und es wird nicht nötig sein, Europa gegen die <em>wilden Horden aus dem Osten</em> zu verteidigen &#8211; zumindest nicht in einem Maße, das den Frieden, den späten Frieden, der sich über unseren Kontinent senkt, großartig stören würde.</p>
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IV</p>
<p>Der Abfall, in den Sonnenuntergang gestellt.</p>
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		<title>Homie Blabla sagt:</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 19:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Das Schöne an Yeah5 ist ja die Beschränkung, die aus der Einfachheit der Form entsteht: Ein Bild nach dem anderen, immer schön linear, nur zwei Richtungen, in die man scrollen kann: hinauf und hinunter. Beliebige Inhalte. Und nur die Bilder, eins nach dem andern, jedes von ihnen bekommt Raum sich zu entfalten.

Insgesamt doch wieder ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Das Schöne an <a href="http://www.yeahyeahyeahyeahyeah.com/" target="_blank">Yeah5</a> ist ja die Beschränkung, die aus der Einfachheit der Form entsteht: Ein Bild nach dem anderen, immer schön linear, nur zwei Richtungen, in die man scrollen kann: hinauf und hinunter. Beliebige Inhalte. Und nur die Bilder, eins nach dem andern, jedes von ihnen bekommt Raum sich zu entfalten.</p>
<p>Insgesamt doch wieder der Eindruck von Chaos, weil es <em>so viele</em> Bilder sind. Aber der Eindruck täuscht: Die Strenge der Form, im metaphysischen Sinne <em>hinter</em> der Mannigfaltigkeit der visuellen Eindrücke, die Strenge der formalen Gestaltung der Website also, sie ist jene Kraft, durch die das Chaos immer schon gebändigt ist.</p>
<p>Diese Bändigung und Bewältigung des Sinnlichen durch die Form verweist auf die Sehnsucht nach Bindung, die das Gegenteil der <em>Einbindung</em> von Beliebigem ist, und die <em>idealiter</em> als ethische und ästhetische Selbstbindung und Selbstbeschränkung durch so etwas wie das von Kant adorierte <em>Gesetz</em> sich manifestiert. Diese Sehnsucht nach Bindung und Strenge der Form steht in einem Verhältnis der sanften Ironie zum wiederholten und in der Wiederholung sich entleerenden <em>Yeah</em> der Popkultur, welches dem Projekt den Titel gibt.</p>
<p>Sanfte Ironie, die nicht das Gegenteil von ethischer Selbstbindung und Ernsthaftigkeit ist, sondern vielmehr deren notwendiges Komplement, ist dann wohl auch jene Stimmung, in der man sich befinden sollte, wenn man den Strom der Bilder betrachtet &#8211; durch den man die Welt sieht.&#8221;</p>
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		<title>Incipit</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 21:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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Die Welt ist längst verkauft, und ...



gehört immer den anderen, während wir schwarze Handschuhe tragen müssen.

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solange es beim Hofer billige Leinwände gibt, ist eigentlich alles okay. Und ich freu mich auf regelmäßiges Bloggen. Denn das ist - nicht nichts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/015.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-7" title="sold" src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/015-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" /></a></p>
<p>Die Welt ist längst verkauft, und &#8230;</p>
<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/020.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-8" title="unten" src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/020-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" /></a></p>
<p>gehört immer den anderen, während wir schwarze Handschuhe tragen müssen.</p>
<p>Aber &#8230;</p>
<p><a href="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/019.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-9" title="hofer" src="http://xn--brnthaler-v2a.net/wp-content/uploads/019-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" /></a></p>
<p>solange es beim Hofer billige Leinwände gibt, ist eigentlich alles okay. Und ich freu mich auf regelmäßiges Bloggen. Denn das ist &#8211; <em>nicht nichts</em>.</p>
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