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Auch das

Dringlichkeit besteht nie.
Auch das
lehrte mich das TV.
Das
Heimaten dealt
Ende nie.

In Bläue ist
Rotkehlchenkehlchenrot getupft.
Und schwindet in die pure Ferne.
Wie ein Mann in Tracht:
ein Bild, von dem wir uns entfernen.
(Ohne jemals viel zu lernen.)

Auch das: die Dinge
und ihr Singen in den Untergang
ist Part & Parcel
of our Lebensstil.
Wir weinen heute kaum
(& morgen viel.)

[…]

Muslima, Einzelhandelskauffrau,
ein Gedicht
aus Kopftuch/Körper.
Und die Pommes!

Wandern behutsam ins Mäulchen.

Im Schulbus

Warum ich? fragt jedes Ich.
Am Morgenhimmel weißer Mondrest.
Ein blaues Wehen im Knabenblick,
ein Ziehen zu Mädchen hin, ein Stieren
in die Zukunft: Warum ich?
Die Frage stellt sich nicht.

[…]

Die Wahrheit war
der Schrei vorm Hauptbahnhof:
Die Welt so schön!
Und wir!

Sterben wie die Fliegen!
Doch andres ist zu sagen und zu tun.

Nähe

So nah,
kein Weltbild passt dazwischen.
Blick in Blick.
Denn dafür sind wir da —
um nah zu sein.

Überzuckert

Nächtlich leise
drückt der Wind
wie tausend kleine Hände
die Bäume.

Tausend Jahre später,
nach dem Regen,
ist es schön zu gehen
im beginnenden Herbst.

Immer ist der Mensch
im Turm, der einmal
von den süßen Beeren
gekostet.

Sucht & Suche

Ich war ein Trinker
und ein Tweeter. Und es war nicht alles
schlecht.

Und dennoch
schmiss ich eines Tages
alles hin.

Und es begab sich,
dass ich mich begab:
„auf die Suche nach mir selbst“

Very online

Irgendwann antwortet einer von 2
nicht mehr. Ist es
nicht immer so?

Und der andere oder ich
ist dann allein.
Grüne Punkte in der Chatleiste erinnern an Natur oder nicht.

Alle Welt
ist ansprechbar,
bekannt.

Nur 1 Seele.

Juli

Für die wieder bauchfrei
Gehenden. Deren Ärsche deckt
noch Stoff, Jeans-
Stoff. Im Sonnenlicht. Ist
die Gischt des Springbrunnens
zentral auf dem Platz.

Ein starkes Signal, nicht
innezuhalten in ihrem Flanieren,
bis sich gefunden hat
Gesuchtes: eine Kundschaft,
eine Liebe oder
was man halt gesucht hat.

Sätze

1. Ich sehe Menschen und bin einverstanden.
2. Gimme dat Daseinsfestigkeit.
3. Das Wort August ist mir immer länger erschienen, als es ist.
4. Der glückliche und der unglückliche Mensch leben in verschiedenen Welten.
5. Gimme dat Rotkehlchenkehlchenrot.
6. Love Wants To Be Both Gentle And Cruel.
7. Fehler, die einer regelmäßig macht, werden Stil genannt: sein persönlicher Stil.
8. Cringe: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
9. In allen Menschen lauert der Monolog eines Wahnsinnigen.