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FAZIT

Texte, die ich für das Magazin FAZIT geschrieben habe.

PROLE DRIFT

Niemand redet darüber.

Untergang in Telekommunikation

Die Sterne flüstern,
tuscheln über uns.
Sie blinken und
sie fiepen
sich Signale zu.

Sie stecken, hin-
gegossen in der Nacht
über den Himmel,
doch die Köpfe
über uns zusammen.

Es zieht der Himmel
selbst schon sich zusammen
über unsren
Köpfen grausam und final.
Die Sterne grinsen.

Schließlich schluckt
das große Schwarze uns.
Mitsamt den Sternen
sind wir eins mit allem —
Sieg und Tod.

Acceleratio

Der Himmel ist offen.
Aus der großen Freiheit fallen
Menschen raus.

Schneeflocken.
Umwirbeln den Planeten.
Dollarscheine.

Wirbeln mit.
Die Flugzeugträger
umzingeln

Gott. Seidank
haben wir die Welt im Griff.
Und alle singen

Mit. Wir nähern
uns der
Endgeschwindigkeit.

Tanz!

In gerader Linie
gehen Gedanken
auf den Strich.

Und alle Gesichter
sind wie Teig.
Nicht bloß Merkels.

Entweder hat man Kinder
oder ist ein Kind.
Tertium non datur.

Wie zerrupfte Haare
einer Hexe Pulled Pork
auf dem Teller.

Und im Gänsemarsch
zum Goldenen Kalb —
und jetzt — der Tanz!

Gehen gehen gehen auf der Autobahn

Gegangen
immer glücklich
barfuß
auf
der
Autobahn
ist
Christus.

Wir
folgen
Christus
nach
& gehen
nackt
in den
Verkehr.

Mit
Fußsohlen
die
wund
vom Gehen
Gehen
Gehen
auf der Autobahn.

Liquid Modernity

Wo geht er hin?
Er geht nirgends hin.

Wo geht sie hin?
Sie geht nirgends hin.

Wo geht es hin?
Es geht nirgends hin.

Wo gehen wir hin?

Antilyrik

Alles geht schön lila
durcheinander
& ist übrigens vor-
handen, wie
Lebkuchen.

Das Gedicht muss gar
nix,
nur lesbar sein,
in einem Rausch-
Rutsch.

Hier gibt’s
quasi nix
mehr. Nur eine Stimme
auf die
Fresse.

Zeitgeist

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