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Der Bär

Eine Wegscheide des Sehens, Fühlens und Twitterns

I feel nothing more than existence.
Von mir aus könnte Peter Handke
auch den Holocaust leugnen.
Meine Augen sind trocken wie Blutorangen.
Sex, Gewalt und Transzendenz,
es gibt sie noch, die guten Dinge.
Sprache kommt und geht. Sagt man noch:
wegcocken? Oder: Kalamitäten?
Nicht nur der sprachgeladenste Dichter
meint: Das ganze Unglück der Menschen
rührt daher, dass sie Sibel Schick
auf Twitter folgen. Ihr Untermenschen,
ihr roten Horden, ihr Speakerinnen.

[…]

Du kannst nichts überspringen,
am wenigsten dich selbst, musst gehen,
gehen, gehen im Stadtsystem,
wie alle. Zwei Schritte vor,
ein Schritt zurück. Ein weises Wort,
ein dummer Spruch. Ein kleines
Glück, ein großes Nichts.

Du kannst nichts überspringen,
musst die alten Wege gehen,
die alle Menschen gehen: ein Leben leben,
sterben einen Tod. Und hoffen […]

Zu viel, zugleich zu wenig Welt

O Tinder!
Über kalte Steine
verfließt die Nutz-, die Fruchtlosigkeit
unser.

O Stille letzte Milf!
Auf nichts
verweisen die Fahnen
der Säufer im Chor.

O — — —
Wir wollen nur uns selbst.
Wir kriegen
nur uns selbst.

Winter

Keine Musik, die zu groß,
wickelt dich in den Winter, doch
gehen, gehen im Stadtsystem
kannst du, wie alle. Und
kommt eine Nacht, kommen
alle, finster und Zimt.
Denn alles ist eine Musik,
ein Geschenkpapier um die Dinge, von hier
bis zum letzten Wimmern.

Winter

Entgleisen die Züge
der Landschaft ein Bisschen, ist
offenbar
der Unsinn der Erde.

In einer Musik,
die zu groß und nicht mehr beholfen, erstarrt
Adam, erstarrt Eva,
einstmals besoffen, zu Sätzen.

Generiert von dir, einstmals
betroffen, generiert
von mir. Ist offenbar
der Unsinn, die Erde.

[…]

Unbestimmt
durch Fühlen sind
die Tränen.

Stehen da
wie große Bälle in so
kleinen Augen.

Billardkugeln quellen
aus den Augen.
Zweimal H und

O— Oja.

[…]

Unterbestimmt sind
durch Gefühlsregungen
die Tränen
der Freude, des Leids.
Immer schneidet
die Geige
wie dicke Luft
die Momente
der Freude, des Leids.
Immer steigt
ein Ballon ins Blaue
und kehrt
nur scheinbar
zurück.

Als Trost oder zum Spott

Oder so.
Zeigt die Welt
Dem durch alle ihre
Prüfungen Gerasselten.

Die heißesten Herzfarben
In Klarheit. Ihren
Essentiellen Arsch. Bevor

Alles welkt und
Schnee sich erbarmt der Seelen
Der Dinge
Im Herbst

Auch das

Dringlichkeit besteht nie.
Auch das
lehrte mich das TV.
Das
Heimaten dealt
Ende nie.

In Bläue ist
Rotkehlchenkehlchenrot getupft.
Und schwindet in die pure Ferne.
Wie ein Mann in Tracht:
ein Bild, von dem wir uns entfernen.
(Ohne jemals viel zu lernen.)

Auch das: die Dinge
und ihr Singen in den Untergang
ist Part & Parcel
of our Lebensstil.
Wir weinen heute kaum
(& morgen viel.)

[…]

Muslima, Einzelhandelskauffrau,
ein Gedicht
aus Kopftuch/Körper.
Und die Pommes!

Wandern behutsam ins Mäulchen.