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Der Bär

[…]

Unbestimmt
durch Fühlen sind
die Tränen.

Stehen da
wie große Bälle in so
kleinen Augen.

Billardkugeln quellen
aus den Augen.
Zweimal H und

O— Oja.

[…]

Unterbestimmt sind
durch Gefühlsregungen
die Tränen
der Freude, des Leids.
Immer schneidet
die Geige
wie dicke Luft
die Momente
der Freude, des Leids.
Immer steigt
ein Ballon ins Blaue
und kehrt
nur scheinbar
zurück.

Als Trost oder zum Spott

Oder so.
Zeigt die Welt
Dem durch alle ihre
Prüfungen Gerasselten.

Die heißesten Herzfarben
In Klarheit. Ihren
Essentiellen Arsch. Bevor

Alles welkt und
Schnee sich erbarmt der Seelen
Der Dinge
Im Herbst

Auch das

Dringlichkeit besteht nie.
Auch das
lehrte mich das TV.
Das
Heimaten dealt
Ende nie.

In Bläue ist
Rotkehlchenkehlchenrot getupft.
Und schwindet in die pure Ferne.
Wie ein Mann in Tracht:
ein Bild, von dem wir uns entfernen.
(Ohne jemals viel zu lernen.)

Auch das: die Dinge
und ihr Singen in den Untergang
ist Part & Parcel
of our Lebensstil.
Wir weinen heute kaum
(& morgen viel.)

[…]

Muslima, Einzelhandelskauffrau,
ein Gedicht
aus Kopftuch/Körper.
Und die Pommes!

Wandern behutsam ins Mäulchen.

Im Schulbus

Warum ich? fragt jedes Ich.
Am Morgenhimmel weißer Mondrest.
Ein blaues Wehen im Knabenblick,
ein Ziehen zu Mädchen hin, ein Stieren
in die Zukunft: Warum ich?
Die Frage stellt sich nicht.

[…]

Die Wahrheit war
der Schrei vorm Hauptbahnhof:
Die Welt so schön!
Und wir!

Sterben wie die Fliegen!
Doch andres ist zu sagen und zu tun.

Nähe

So nah,
kein Weltbild passt dazwischen.
Blick in Blick.
Denn dafür sind wir da —
um nah zu sein.

Überzuckert

Nächtlich leise
drückt der Wind
wie tausend kleine Hände
die Bäume.

Tausend Jahre später,
nach dem Regen,
ist es schön zu gehen
im beginnenden Herbst.

Immer ist der Mensch
im Turm, der einmal
von den süßen Beeren
gekostet.

Sucht & Suche

Ich war ein Trinker
und ein Tweeter. Und es war nicht alles
schlecht.

Und dennoch
schmiss ich eines Tages
alles hin.

Und es begab sich,
dass ich mich begab:
„auf die Suche nach mir selbst“