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Kleine Weltanschauung

I

Im Anfang war
Nichts
Dann sinnlose
Wellen

Schreie im
Nichts
Märkte und
Preise

II

Dann wie-
Der
Nicht-
S

Strahlende Sonne des Neoliberalismus

I

Es gibt ein Grün
Das
Musst du lieben
Nicht

In der Natur ist
Es
Zu finden sondern
Hoch-

Preisig glänzt es
Dir
Entgegen wie Kinder-
Augen

In einem kleinen von
Heiter’n
Menschen schön designten
Shop

II

Es glänzt und glänzt
Und
Reflektiert das
Licht

Die Sonne die uns
Leuchtet
Wenn wir freien Kapital-
Verkehr

Genießen stärker mensch-
Licher
Als Malachit und
Jade

In transparenter heiliger
Vitrine
Von Menschenhand ver-
Kauft

III

Du musst es lieben und
Erwerben
Und berühren dieses transzendente
Grün

Du drückst die
Nase
An die Scheibe
Wie

Ein Kind das
Sich
Nach Liebe sehnt
Es

Streichelt deine Hand
Unendlich
Sanft die Master-
Card

Tastende Versuche zur Wiedergewinnung von etwas

I

Honestly ich
Denke
Die Profitgier der
Menschen

Hat auch ihr Gutes
Man
Muss es nur wollen
Mein Freund

Und die Sonne ist
Immer
Noch Aufgegangen
Invictus

II

Ach es wird ein
Sommer
Wie damals zwischen Altöl
Und Sandstrand

III

Als wir mit bloßen
Füßen
Gräsern Tritte ver-
Setzten

Und eine Seele dem
Wind
Implantierten beim
Radfahren

X ist das neue Y

Jede Gegenwart ist eine komplizierte Zeit, schon allein aufgrund ihres Gegenwärtigseins. Unsere Gegenwart ist vielleicht besonders kompliziert, weil wir so versessen darauf sind, Zukunft zu produzieren. Wir sind verliebt in das Neue, egal ob es um Ideen oder Mobiltelefone geht. Wir wollen die Veränderung, brauchen aber auch das Ritual, die Wiederholung. Also machen wir aus der Produktion des Neuen ein progressistisches Ritual. Auch das Proklamieren einer Postmoderne hat letztlich nicht viel daran geändert, dass wir vor allem neue Produkte, neue Ideen – und neue Collagen begehren. Da sich alles so schnell verändert, und wir mit jeder Veränderung, wohin sie auch führen mag, Schritt zu halten haben, müssen wir auch zu gewissen Redewendungen greifen, die zum Ausdruck bringen, wer wir sind. Und wo wir sind: Redewendungen, die unser Dabei- oder besser noch Vornewegsein zum Ausdruck bringen. Phrasen, die unser Up-to-date-Sein so lässig wie adäquat auf den Punkt bringen: “X ist das neue Y”.

Eine Analyse der sprachliche Struktur dieser Ersetzung von Y durch X erhellt auch die geistigen und sozialen Strukturen, von denen die Rede war: Es wird hier nämlich, erstens, eine totale Substitution vorgenommen: Wenn X das neue Y ist, dann existieren nicht etwa X und Y als relevante Entitäten nebeneinander, sondern dann hat Y aufgehört relevant zu sein. Es gibt eine Progression von Y zu X, wobei ersteres obsolet wird und der Vergangenheit anzugehören beginnt. Y kann freilich später – abgewandelt, kombiniert, ironisch zitiert … – wieder reaktiviert werden, aber vorerst ist es passé, over, so last month. Je schneller diese Progression, als eine Reihe von Substitutionen, abläuft, umso besser. Sonst langweilen wir uns. Sonst sind wir nicht dabei, wenn etwas geschieht. Sonst geschieht nichts.

Zweitens verweist aber schon das starre Schema dieser lustvoll wiederholten, mit immer neuem Inhalt gefüllten Phrase “X ist das neue Y” darauf, dass es hier ein Moment der Wiederholung gibt, und dass hier eigentlich Nichtigkeiten aufeinander folgen – innerhalb eines Paradigmas, das unangetastet bleibt: Es gibt immer ein neues X, welches für ein Y substituiert wird, und zwar nach denselben Regeln. Es muss immer ein neues X geben, von welchem vorerst nur bekannt ist: Es wird neu sein! Und so wie die Phrase “X ist das neue Y” wieder und wieder, oft mit desperater Ironie, von zeitgeistigen Mündern tropft, so kommen und gehen, wie Ebbe und Flut, unser Begehren, unsere Hoffnung – und unsere Frustration mit dem Neuen. So wiederholt sich das progressistische Ritual, innerhalb dessen wir sind, wer oder was wir sind … Also langweilen wir uns. Also sind wir nicht dabei; es geschieht nichts. Und was sollte auch geschehen?

Sager (Irene Brickner vs. Richard Dawkins)

I

Wenn ein Freiheitlicher oder anderer Rechtspopulist den Mund aufmacht
Kommt oft ein so genannter

Sager

Heraus & factual evidence
In his view
Is of no importance to people of faith

Sager
Sager that I dealt with near the beginning of The God Delusion

Den zu erwartenden Unterstellungen
In “Sager”-affinen Postings
Widersprechend

Ist festzuhalten

Dass es sich bei der Familie um verzweifelte Menschen handelt &
I find it impossible to imagine such a warped view of reality

II

Die dahinterliegende Kaltschnäuzigkeit
Hat

In der rechtlichen Bestimmung
Ihre Verankerung laut der
Personen

In the quest to overcome religious fundamentalism superstition intolerance & suffering
Zur Mitwirkung bei Anordnungen der Verwaltung

Verpflichtet sind
Ein Abschiebebefehl
Ist ja nichts anderes
And the Son of God

Wenn die Rechten über Ausländer ihren Zynismus ergießen &
Why shouldn’t I have a fictional redeemer if my faith is strong enough?

Präambel für die Hosentasche

I

Terrifying ist die Blüte all der Jahre; terrifying ist die Wiederkehr des immer Andern. Ins Allgemeine überhöht der Pollenflug. Chansons, die niemand schreibt und jeder singt, mit blauen Lippen. In die Armbewegungen beim Grüßen eingebranntes Ungenügen. Hell bewundert sich der Frühling in den leeren Resten – auf dem Boden – Altbauwohnung … Es gibt keinen Terror,
der nicht Lust
auf Gegenterror
macht.

Richard Dawkins schreibt mir einen Liebesbrief, ich aber schweige in einem Meer aus Kerzen.

Kirchen.

Meine Antwort wäre nur ein leises Flattern meiner Lippen,
als küssten sie Beton.
Es wäre nur ein Schweigen,
wenn es auch kein Schweigen wär.

Es gibt hier kein Versprechen, weil es nicht mal Freiheit gibt. Ich kauf Karotten, Zwiebeln,
Brot.

II

Aber der geschliffene – verlorene – Imperativ, der das Fleisch cuttet; das Wort von oben, wenn die Männer ihre Keyboards quälen! Es ist nicht alles soft und ware, es ist nicht alles in der Sonne – immer schon ins Blau gelöst, das doch von oben lockt … Es ist ein Ringen um das X des Lebens.

Und ich will, dass Ordnung sei.

Ich koche einen Eintopf und verbrenne mir die Zunge. Du musst dein Leben ändern, doch du can’st nicht leben.

Irgendwie.

Dénouement

Glück ist pretty
useless

Auf den Plantagen
Die Peitsche

Schwingt ein transfinites Schicksal
Schlückchen-
Weise Sex on the
Beach

Ja wir sind alle Götter-
Kinder
In der früh gefror’nen Sonne später
Herbsttage

Das Nichts des Gedichts

Nur leere Zeilen
Kein
Ereignis
Bitch

Nicht mal ein Reim
Und
Auch
Kein Datenjournalismus

Diese Leere
Diese Welt
Wie
Ratten nagen die Philosophen

An den
Phänomenen
Streng
Genommen sinnlos

Les Enfants de la Patrie

Nirgendwo Entweder
Kokos-
Verschmiert Venus zwischen
Den Wellen

Diätlimonaden Altäre
Und
Opfer add me on
facebook

Südlicher Körper mechanischer
Reigen
Beim Clubtanz und Whiskey im
Glas

Jahresrückblick 2011